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„Wir machen digitale Stromfresser sichtbar“

Manche Apps auf meinem Handy verbrauchen mehr Akku als andere. Liegt das an der Software?

Julian Kipka: Womöglich hat die Anwendung einfach viele Funktionen. Es kann aber auch sein, dass ihre Software nicht effizient programmiert ist. Ähnlich wie beim Handy, kann man sich das in einem großen Rechenzentrum vorstellen. Sowohl die Möglichkeit, jederzeit eine Website aufzurufen, als auch der Aufruf der Website selbst braucht dort Strom. Der Gedanke, dass bewusstes Programmieren, wir nennen es „Green Coding“, das ändert, fasziniert uns schon länger.

Ineffiziente Software … Für Laien schwer vorstellbar. Habt ihr ein Beispiel, wie sowas entsteht?

Nicolas: Hinter jeder Software stecken viele Zeilen von Code. Wer sie schreibt, bedient sich dazu auch in speziellen Bibliotheken – einfach, um nicht immer alles neu zu schreiben. Die Bibliotheken bieten vorgefertigte Pakete mit den Funktionen, die die Software haben soll. Diese Pakete enthalten aber oft lange Verzweigungen von Codes für weitere Funktionen, die gerade nicht benötigt werden. Läuft die Software, wird jedoch auch alles Überflüssige aktiviert. Das verbraucht unnötig Strom.

 

Julian: Ein Grund kann auch die Programmiersprache sein. Abhängig davon, was programmiert werden soll, kann eine Sprache effizienter sein als die anderen.

Wie entstand die Idee, mit einem Tool Abhilfe zu schaffen?

Julian: Im vergangenen Jahr wurde „Green Coding“ heiß auf einem „Barcamp“ diskutiert. Das war eine informelle Konferenz bei der Telekom, ausgerichtet von unserer „Human-centered Technology“-Bewegung. Es ging um Technologie, bei der der Mensch bedingungslos im Mittelpunkt steht. Dann folgte ein Wettbewerb für Programmierer, ein so genannter „Hackathon“, unter demselben Motto. Das Gewinner-Team im Bereich Green Coding hat dort bereits im Kleinen gezeigt, wie so ein Tool funktioniert. Es ist spannend zu sehen, wie sich aus der Idee nun eine Lösung für die Telekom-Welt entwickelt hat.

Ihr seht einen großen Hebel, den Energieverbrauch und damit CO2-Emissionen zu senken. Bitte beschreibt eure Lösung.

Nicolas: Wir machen digitale Stromfresser sichtbar. Uns war aufgefallen, dass es viel Fachliteratur zu dem Thema gibt, aber kaum praktische Hilfe für Entwicklerinnen und Entwickler. Die haben wir in einer Open-Source-Lösung gefunden und in die Entwicklungsplattform der Telekom namens „Magenta CI/CD“ eingebaut. Wer bei uns zum Beispiel Code speichert oder testet, macht das meist auf dieser Plattform. Dort lässt sich künftig direkt ablesen, wieviel Joule Code insgesamt verbraucht. Wer dann die nötigen Stellschrauben dreht, erkennt nachher, was sich verändert hat.

 

Julian: So einfach der Wert ist, so wichtig ist es, ihn richtig einzuschätzen. Sobald während der weiteren Entwicklung neue Funktionen hinzukommen, steigt womöglich auch der Energieverbrauch einer Software. Unser Dashboard hilft dabei zu schauen, wie sich der Stromverbrauch verändert hat. So kann man sich als Team besser austauschen, wie man effizienter programmiert.

Wie geht es nun weiter?

Nicolas: Wir möchten es den Kolleginnen und Kollegen so einfach wie möglich machen. Der Prototyp läuft schon. Erste Testerinnen und Tester zeigten sich bereits begeistert. Als nächstes starten wir unseren „Friendly User Test“. Danach möchten wir die Lösung schrittweise allen zugänglich machen. Insgesamt merken wir, dass wir mit dem Thema in der Telekom einen Nerv getroffen haben. Aktuell tüfteln wir bereits an den nächsten Ideen, um unsere Lösung zu erweitern.

Weißt du, wie du mit deiner IT den CO2-Ausstoß reduzieren kannst? Wie das optimal gelingt, kannst du hier nachlesen.

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